
Copyright: © 2026 Dinodata.de.
Dies ist ein Open-Access-Artikel, der unter den Bedingungen der Creative Commons Attribution License (CC by) verbreitet wird. Diese Lizenz erlaubt die uneingeschränkte Nutzung, Verbreitung und Vervielfältigung in jedem Medium, sofern der ursprüngliche Autor und die Quelle angegeben werden.
![]()

Funston, Dudgeon, D. Simon, Dufault, Boyd, Fowler, Currie, Evans, 2026
Klassifizierung: Caenagnathidae
Fortbewegung: biped
Ernährung: herbivor
Bedeutung des Namen: Der Name leitet sich von den lateinischen Begriffen „Inferno“ (Hölle) und „gallus“ (Huhn) ab und bezieht sich auf die Hell Creek Formation sowie das kleine, vogelartige Erscheinungsbild der Art; der Artzusatz „jamesi“ ist ein Patronym zu Ehren von James William Boyd, dem Großvater väterlicherseits des Autors Clint Boyd, der dessen Interesse an der Paläontologie geweckt hatte.
Infernogallus besaß einen Kiefer, der sich von vorne nach hinten verschieben ließ – ein Merkmal, das er mit fruchtfressenden Papageien teilt. Infernogallus jamesi lebte in der späten Kreidezeit vor 68 bis 66 Millionen Jahren im Gebiet der heutigen Vereinigten Staaten. Die Art gehört zu den Caenagnathidae, einer Gruppe zahnloser, gefiederter Oviraptorosaurier, deren Ernährung die Paläontologen lange Zeit vor ein Rätsel gestellt hat. Caenagnathidae waren eine überwiegend nordamerikanische Gruppe von Oviraptorosauriern, die sich durch lange, niedrige zahnlose Unterkiefer auszeichneten, die oft komplexe Leisten und Rillen auf ihren Kauflächen aufwiesen. Sowie durch längliche, grazile Gliedmaßen und stark pneumatisierte Skelette.
Das Holotyp-Exemplar von Infernogallus ist ein nahezu vollständiger, artikulierter Schädel mit einem Teil des Skeletts, welches im Jahr 2011 in der Hell Creek Formation in Montana geborgen wurde. Zusätzliches Material aus Montana, South Dakota und North Dakota wurde ebenfalls dieser Art zugeordnet. Anhand der Knochenschnitte konnte man erkennen, dass das Tier trotz eines geschätzten Gewichts von 12 kg mindestens 6 Jahre alt und ausgewachsen war.
Mithilfe von CT-Scans rekonstruierten die Forscher die Kiefermuskulatur und stellten fest, dass diese hauptsächlich von vorne nach hinten und weniger von oben nach unten zog, was auf einen schwachen Biss hindeutet. Das Kiefergelenk scheint es ermöglicht zu haben, dass der Unterkiefer um bis zu etwa 15 mm nach vorne und hinten gleiten konnte. Ober- und Unterkiefer wiesen Leisten und Rillen auf, die bei Kieferbewegungen ineinandergriffen. Im Körperinneren des Exemplars wurden keine Magensteine gefunden, die viele pflanzenfressende Dinosaurier zum Zerkleinern ihrer Nahrung verwendeten.
Zusammen mit dem schwachen Biss deutet dies eher auf eine Ernährung mit weichen, noch stark verarbeiteten Nahrungsmitteln als mit zähen, faserreichen Pflanzen hin. Unter den rezenten Tieren war die größte Übereinstimmung der Pesquet-Papagei (Psittrichas fulgidus), eine Vogelart, die Früchte frisst, indem sie das Fruchtfleisch zerdrückt und die Samen wegwirft. Die Forscher vermuten, dass Infernogallus und andere Caenagnathiden-Oviraptorosaurier Früchte auf ähnliche Weise verzehrt haben könnten.
Höhe: 70 cm
Länge: 2 m
Gewicht: 12 kg
Holotyp: ROM VP 65050
Fundort: Hell Creek Formation, Garfield County, Montana; Meade County, South Dakota; Bowman County, North Dakota, USA
© Dinodata.de
© Funston et al.
Weitere Informationen
Fruit-eating adaptations in a Late Cretaceous oviraptorosaur (Theropoda) / Gregory F. Funston, Thomas W. Dudgeon, D. Jade Simon, Danielle M. Dufault, Clint Boyd, Denver Fowler, Philip J. Currie, David C. Evans, 2026 / Nature Communications (advance online publication) /
PDF



