
Bakker, Williams, Currie, 1988
Klassifizierung: Tyrannosaurinae
Fortbewegung: biped
Ernährung: karnivor
Bedeutung des Namen: Zwergtyrann Der Gattungsname leitet sich vom lateinischen „nanus“ (Zwerg) und dem altgriechischen „ tyrannos “ (Alleinherrscher, Tyrann) ab.
1942 entdeckte der Paläontologe David Hosbrook Dunkle in Montana den Schädel eines Theropoden. Im Jahr 1946 wurde das Fossil mit der Bezeichnung CMN 7541, posthum von Charles Whitney Gilmore als neue Art der Gattung Gorgosaurus beschrieben: Gorgosaurus lancensis. Danach wurde G. lancensis von Forschern immer wieder anderen Gattungen zugeordnet.
Eine Studie von Robert Thomas Bakker, Phil Currie und Michael Williams aus dem Jahr 1988 kam zu dem Schluss, dass die Art mit Tyrannosaurus rex verwandt war, der in derselben Formation vorkam. Das Exemplar wurde jedoch weder Gorgosaurus noch Albertosaurus zugeordnet, da die Verknöcherung der Schädelnähte darauf hindeutete, dass es sich um ein ausgewachsenes Tier mit einer geschätzten Länge von 5,2 Metern handelte und als Nanotyrannus lancensis beschrieben wurde.
Der Nanotyrannus war ein fleischfressender Dinosaurier aus der Gruppe der Tyrannosauroiden, der am Ende der späten Kreidezeit vor ca. 68–66 Millionen Jahren im heutigen Nordamerika lebte. Lange Zeit galt er als eines der umstrittensten Fossilien der Paläontologie, da viele Experten ihn lediglich für ein Jungtier des Tyrannosaurus rex hielten. Im Vergleich zum massiven T. rex war der Nanotyrannus deutlich graziler und auf Schnelligkeit ausgelegt.
Nanotyrannus erreichte eine Länge von bis zu 5,5 Metern und wog etwa 1500 kg, Sein Schädel war flacher und schmaler als der des Tyrannosaurus. Auffällig ist die hohe Anzahl an Zähnen (ca. 14–15 pro Kieferseite im Vergleich zu 11–12 beim Tyrannosaurus, die eher klingenartig und schmal als dick und knochenbrechend waren. Nanotyrannus besaß im Verhältnis zum Körper lange Hinterbeine und große, funktionale Arme mit zwei Fingern.
Dank seiner langen Beine gilt er als ein schneller Raubssaurier und erreichte vermutlich recht hohe Geschwindigkeiten. Nanotyrannus war ein spezialisierter Jäger, der agil genug war, um kleinere oder schnellere Beutetiere zu erlegen, die für einen massigen Tyrannosaurus schwer zu fangen waren.
Es gab jahrelang eine wissenschaftliche Debatte darüber, ob es sich um eine eigene Gattung handelt, und dieser Umstand spaltete die Forschung über Jahrzehnte. Das Argument, dass es sich um ein Jungtier handelte, war die Ähnlichkeit und der Fundort ließen viele Forscher vermuteten, dass die Unterschiede lediglich Wachstumsstadien des Tyrannosaurus darstellten. Erst die Beschreibung eines eines weiteren Fossils mit der Bezeichnung NCSM 40000 änderte alles. Dieses Fund ist gut erhalten und fast vollständig: Es umfasst neben dem Schädel erstmals auch die Knochen der Gliedmaßen und des Schwanzes. So ergab eue Analyse von Wachstumsringen in den Knochen und Merkmale am Fossil, dass Nanotyrannus fast ausgewachsen war und sich anatomisch stark vom Tyrannosaurus unterschied. Zu diesen Merkmalen zählen unter anderem Nervenmuster im Schädel und die Anzahl der Wirbelknochen.
Höhe: 2 m
Länge: 5,5 m
Gewicht: 1,5 to
Holotyp: CMNH 7541
Fundort: Hell Creek Formation, Sand Creek, Carter County, Montana, USA

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Weitere Informationen
Nanotyrannus, a new genus of pygmy tyrannosaur, from the latest Cretaceous of Montana
/ Robert T. Bakker, Michael Williams, Philip J. Currie, 1988 / Hunteria 1988, Band 1, Nr. 5, pp. 1-30 /
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Nanotyrannus and Tyrannosaurus coexisted at the close of the Cretaceous
/ Lindsay E. Zanno, James G. Napoli, 2025 / Nature (2025)
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Bildlizenzen
Größenvergleich / © Dinodata.de:
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Holotyp / © James St. John:
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Grafiken und Illustrationen von James Kuether


