Pinacosaurus grangeri

Gilmore, 1933
Klassifizierung: Ankylosauridae
Fortbewegung: quadruped
Ernährung: herbivor
Bedeutung des Namen: Plankenechse
Pinacosaurus war ein leicht gebauter, mittelgroßer Ankylosaurier mit einem langen Schädel und mit Ankylosaurus verwandt. Er war verglichen mit anderen Ankylosauriern eher leicht gebaut und besaß knöcherne Dornen entlang des Rückens, an den Körperseiten und entlang seines Schwanzes, der in einem flachen Knochen mit scharfen Kanten endete, die einem zweischneidigen Steinbeil ähnelten.
Eine Besonderheit beim Schädel dieses Dinosauriers sind zusätzlichen Öffnungen im Bereich der Nasenlöcher, ein Merkmal, das sonst kein anderer Ankylosaurier besaß. Pinacosaurus ist der bekannteste asiatische Ankylosaurier und von Fossilien von mehr als 15 Individuen bekannt, darunter ein fast vollständiges Skelett, fünf Schädeln oder teilweise erhaltene Schädeln. Entdeckt wurden auch zwei bemerkenswerte Funde von mehreren juvenilen Exemplaren, deren Körper dicht zusammengedrängt lagen. Die Tiere kamen offenbar während eines Sandsturms ums Leben.
In einer Abhandlung aus dem Jahr 2023 beschreiben Junki Yoshida, Yoshitsugu Kobayashi und Mark A. Norell den fossilen Kehlkopf des Pinacosaurus grangeri. Der Kehlkopf von Pinacosaurus besteht wie bei Nicht-Vogel-Reptilien aus Ringknorpel und Stellknorpel, weist aber Besonderheiten auf: ein festes und bewegliches Ringknorpel-Stellknorpel-Gelenk, einen markanten Stellknorpelfortsatz, einen langen Stellknorpel und einen vergrößerten Ringknorpel. Dies deutet darauf hin, dass der Kehlkopf, ähnlich wie bei Vögeln, eher als Lautmodulator denn als Lautquelle diente. Obwohl bisher keine für Vögel typische Lautquelle (Syrinx) bei Nicht-Vogel-Dinosauriern beschrieben wurde, könnte Pinacosaurus mit seinem großen, beweglichen Kehlkopf vogelähnliche Laute erzeugt haben.
In der Kreidezeit war die Gobi eine heiße, trockene Halbwüste mit spärlicher Vegetation. Es ist natürlich nicht genau bekannt, welche Pflanzen die Nahrung des Pinacosaurus bildeten, aber es handelte sich wahrscheinlich um einfache Bodenpflanzen. Pinacosaurus war einer der am häufigsten vorkommenden Dinosaurier in seiner geologischen Formation. Dies kann durch die Tatsache erklärt werden, dass er sich mit einfacher Nahrung zufrieden gab und einen relativ niedrigen Stoffwechsel besaß.
Es sind keine großen Theropoden aus seinem Lebensraum bekannt. Vielleicht war die Hautpanzerung deshalb weniger schwer und das Skelett leichter gebaut, damit sich das Tier besser gegen kleine und beweglichere Raubtiere verteidigen konnte. Ein Indiz dafür könnte die relativ kleine Schwanzkeule sein, wodurch er wahrscheinlich auch eine höhere Fluchtgeschwindigkeit erreichen konnte.
Höhe: 1,5 m
Länge: 5 m
Gewicht: 1,5 to
Holotyp: AMNH 6523
Fundort: Djadochta Formation, Shabarakh Usu, Mongolei
© Dinodata.de
© Kabacchi
© Currie et al.
© Yoshida et al.
Weitere Informationen
A new specimen of Pinacosaurus grangeri (Dinosauria, Ornithischia) from the late Cretaceous of Mongolia : ontogeny and phylogeny of ankylosaurs
/ Robert V. Hill, Lawrence M. Witmer, Mark A. Norell, 2003 / American Museum novitates; no. 3395
An ankylosaur larynx provides insights for bird-like vocalization in non-avian dinosaurs
/ Junki Yoshida, Yoshitsugu Kobayashi, Mark A. Norell, 2023 / Communications Biology, Volume 6, Article number: 152 /
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An ankylosaurid dinosaur from the Upper Cretaceous of Shandong (China) / Eric Buffetaut, 1995 / Geological Magazine, Volume 132, Issue 6, November 1995, pp. 683-692
Hands, feet and behaviour in Pinacosaurus (Dinosauria: Ankylosauridae)
/ Philip J. Currie, Demchig Badamgarav, Eva B. Koppelhus, Robin Sissons, Matthew K. Vickaryous, 2011 / Acta Palaeontologica Polonica 56 (3), 2011: 489-504 /
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The late cretaceous dinosaurs of shandong china; Old finds and new interpretations / Eric Buffetaut, Haiyan Tong, 1995 / Sixth Symposium on Mesozoic Terrestrial Ecosystems and Biota, Short Papers, 1995 / Ailing Sun, Yuanqing Wang, (Edit.) China Ocean Press, Beijing. pp. 139-142
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Bildlizenzen
Größenvergleich / © Dinodata.de:
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Skelett des Pinacosaurus / © Kabacchi:
Creative Commons 2.0 Generic (CC BY 2.0)
Fossilien des Pinacosaurus / © Currie et al.:
Creative Commons 4.0 International (CC BY 4.0)
Kehlkopf-Rekonstruktion / © Yoshida et al.:
Creative Commons 4.0 International (CC BY 4.0)



