
Rivera-Sylva, Aguillón-Martinez, Ventura, Sánchez-Uribe, Guzman-Gutierrez, Longrich, 2026
Klassifizierung: Troodontinae
Fortbewegung: biped
Ernährung: karnivor
Bedeutung des Namen: Der Gattungsname setzt sich aus dem griechischen xenos, (fremd) und dem lateinischen Wort Venator (Jäger) zusammen. Der Artname ehrt Luis Espinosa, einen Pionier in der Erforschung mexikanischer Dinosaurier und Mentor vieler Generationen von Paläontologen.
Xenovenator lebte vor etwa 73 Millionen Jahren in der späten Kreidezeit im heutigen Mexico. Er gehörte zu den Troodontinae, einer Gruppe agiler Theropoden, die eng mit Vögeln verwandt waren. Die Holotypus- und Paratypus-Exemplare wurden in den 2000er Jahren in der Cerro del Pueblo Formation von Coahuila im Norden Mexikos entdeckt.
Troodontiden sind bekannt für ihr relativ großes Gehirn und ihre scharfen Sinne, Xenovenator zeichnet sich durch ein bemerkenswert verdicktes Schädeldach aus. Das Holotyp-Exemplar bewahrt einen Großteil des Hirnschädels, einschließlich der Frontal- und Parietalknochen, die stark gewölbt sind und eine Dicke von bis zu 1,2 cm erreichen können. Computertomographische Aufnahmen zeigen, dass die Schädelknochen dicht aufgebaut sind, mit eng ineinander greifenden Nähten und einer rauen, gerillten Außenfläche.
Dieses Merkmal ähnelt stark den verstärkten Schädeln kuppelköpfiger Pachycephalosaurier, obwohl die beiden Gruppen nur entfernt verwandt sind. Laut den Paläontologen deuten solche Merkmale auf Anpassungen an innerartliche Kämpfe hin, insbesondere auf das Verhalten von Kopfstößen. Während Zurschaustellungsstrukturen und Waffen bei vielen Dinosauriergruppen verbreitet sind, wurden Anpassungen, die speziell mit dem Kampf in Verbindung stehen, bei nicht-avianen Maniraptoren-Theropoden bisher nicht dokumentiert.
Die Paratypus-Exemplare von Xenovenator weisen eine weniger ausgeprägte Verdickung und Wölbung des Schädels auf. Diese Variation könnte auf Unterschiede im Alter oder Geschlecht zurückzuführen sein, wobei die stärkste Schädelverstärkung erst später im Leben oder möglicherweise nur bei einem Geschlecht auftritt.
Angesichts dieser Merkmale, der Verdickung des Schädels, der Schädelkuppel, der Schädelrauhigkeit und der aufwendigen Schädelnähte, erscheint es wahrscheinlich, dass die Wölbung des Schädels bei Xenovenator eine Anpassung an innerartliche Kämpfe war. Die phylogenetische Analysen ordnen Xenovenator einer Gruppe großwüchsiger nordamerikanischer Troodontiden zu, doch sein verdickter und gewölbter Schädel stellt eine einzigartige Spezialisierung innerhalb der Gruppe dar.
Höhe: 70 cm
Länge: 2,5 m
Gewicht: 25 kg
Holotyp: CPC 2973
Fundort: Cerro del Pueblo Formation, La Parrita Fundstelle, Saltillo, Cepeda, Coahuila, Mexico
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Weitere Informationen
A Thick-Skulled Troodontid Theropod from the Late Cretaceous of Mexico
/ Hector E. Rivera-Sylva, Martha C. Aguillón-Martinez, Jose Flores-Ventura, Ivan E. Sánchez-Uribe, Jose Ruben Guzman-Gutierrez, Nicholas R. Longrich, 2026 / Diversity 18(1): 38 /
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Größenvergleich / © Dinodata.de:
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Holotyp / © Rivera-Sylva et al.:
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Xenovenator / © Connor Ashbridge:
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