
Filippi, Bellardini, Carballido, Méndez, Garrido, 2026
Klassifizierung: Titanosauria
Fortbewegung: quadruped
Ernährung: herbivor
Bedeutung des Namen: Der Gattungsname Yeneen leitet sich von der Tehuelche-Kultur ab, die mit Kälte und Winterwetter in Verbindung gebracht wird und auf den Typusfundort La Invernada (spanisch für „Winterlagerplatz“ für Rinder) verweist. Das Artepitheton houssayi ehrt Bernardo Alberto Houssay, den argentinischen Nobelpreisträger für Physiologie oder Medizin (1947), der die Gründung des CONICET, des nationalen wissenschaftlichen Forschungsrats, förderte.
Im Jahr 2003 meldete ein Offizier der Nationalen Gendarmerie aus Chos Malal in Neuquén die Entdeckung von Fossilienresten im Gebiet Cerro Overo – La Invernada nahe Rincón de los Sauces. Dies führte zur Entdeckung einer Fundstätte mit großem paläontologischem Potenzial, wo Knochen mehrerer Titanosaurier gefunden wurden. Aufgrund von Zugangsschwierigkeiten konnten die Überreste erst ehn Jahre später, im Zusammenhang mit Straßenbauarbeiten, freigelegt und geborgen werden.
Die Ausgrabungsarbeiten wurden zwischen 2013 und 2014 durchgeführt. Paläontologen, Techniker und Freiwillige waren an der Bergung der Fossilien beteiligt. Für den Transport der Fossilien wurde ein LKW mit Kran eingesetzt, was aufgrund des beträchtlichen Gewichts einiger Felsblöcke, die die Knochen dieser neuen Art schützten, notwendig war.
Das TypuseExemplar besteht aus einem teilweise disartikulierten Skelett mit sechs Hals-, zehn Brust- und einem Schwanzwirbel sowie dem mit beiden Darmbeinen artikulierten Kreuzbein und mehreren Rippen. Ein zweites, zusammen mit MAU-Pv-LI-538 gefundenes Exemplar, das jedoch zu einem kleineren Individuum gehört, ist ein einzelnes rechtes Darmbein (MAU-Pv-LI-539). Ein drittes Exemplar, MAU-Pv-LI-731, umfasst disartikulierte Achsen- und Extremitätenknochen.
Der Fossilienbestand von Titanosauriern aus der Oberkreide des Neuquén-Beckens ist bemerkenswert umfangreich. Für die Bajo de la Carpa Formation (Santonium) sind jedoch nur fünf nominelle Arten bekannt, Rinconsaurus caudamirus, Bonitasaura salgadoi, Traukutitan eocaudata, Overosaurus paradasorum und Inawentu oslatus, wobei die beiden letztgenannten aus dem Gebiet Cerro Overo-La Invernada (CO-LI) stammen.
Yeneen houssay zeichnet sich durch eine Reihe charakteristischer Merkmale an den Rücken-, Kreuz- und Schwanzwirbeln aus. Phylogenetische Analysen deuten darauf hin, dass Yeneen eng mit Narambuenatitan und Overosaurus verwandt war und als basales Mitglied eines unbenannten Taxons (genannt „Clade A“) abgeleiteter, nicht-lithostrotischer Saltasauroidea fungiert.
Die Funde der Sauropoden-Titanosaurierfauna von Cerro Overo – La Invernada legen nahe, dass die Artenvielfalt im Santonium relativ hoch war. Dieser Befund macht das CO-LI-Gebiet zum Gebiet mit der größten Titanosauriervielfalt des Santoniums im Neuquén-Becken (ebenso wie für Abelisauriden-Theropoden) und somit zu einem außergewöhnlichen Fundort für das Verständnis der Evolution der Dinosaurierfauna dieser Periode.
Höhe: 3,2 m
Länge: 12 m
Gewicht: 10 to
Holotyp: MAU-Pv-LI-538
Fundort: Bajo de la Carpa Formation, La Invernada, Provinz Neuquén, Argentinien
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Weitere Informationen
Yeneen houssayi gen. et sp. nov. and an overview of the sauropod titanosaurian diversity from Cerro Overo – La Invernada area (Bajo de la Carpa Formation, Santonian), North Patagonia, Argentina
/ L. S. Filippi, F. Bellardini, J. l. Carballido, A. H. Méndez, A. C. Garrido, 2026 / Historical Biology (2026)
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