Jaekel, 1904
Klassifizierung: Stenopterygiidae
Ernährung: piscivor
Bedeutung des Namen: Der Gattungsname leitet sich von stenos (griechisch für „schmal“) und pteryx ab, griechisch für „Flosse“ oder „Flügel“. Der Artname bedeutet „in vier Teile gespalten“ und bezieht sich auf den vermuteten Zustand des ersten Fingers.
Stenopterygius quadriscissus ist eine ausgestorbene Meeresreptilienart aus der Gruppe der Ichthyosaurier, die während des Unteren Jura (ca. 190–183 Millionen Jahre vor heute) in den Ozeanen lebte. Stenopterygius wurde zuerst als Ichthyosaurus quadriscissus (Quenstedt, 1856) beschrieben. Diese Art ist besonders bekannt durch gut erhaltene Fossilien aus der Posidonienschiefer-Formation in Süddeutschland, insbesondere in der Region Holzmaden.Beschreibung:Körperbau: Stenopterygius quadriscissus hatte einen stromlinienförmigen, delfinähnlichen Körper, der perfekt an ein aquatisches Leben angepasst war. Die Körperlänge lag typischerweise bei 2,5 bis 3,5 Metern, wobei Jungtiere kleiner waren. Der Holotyp von Stenopterygius wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört.
Kopf und Schädel:
Der Schädel des Stenopterygius war lang und spitz, mit großen Augenhöhlen, die auf eine gute Sehkraft hinweisen, wahrscheinlich zur Jagd in tiefen oder trüben Gewässern. Sein Schädel war zu einer Art Schnabel verlängert und mit zahlreichen großen Zähnen besetzt, ideal zum Fangen von Fischen und anderen Meeresorganismen.
Flossen und Schwanz:
Die Art besaß vier paddelartige Flossen, die für Manövrierfähigkeit sorgten. Die Schwanzflosse war sichelförmig (lunate), ähnlich wie bei modernen Haien, und ermöglichte schnelle Schwimmbewegungen.
Haut und Färbung: Fossilien zeigen, dass Stenopterygius eine glatte, hydrodynamische Haut hatte. Manche Exemplare weisen Spuren von Weichteilstrukturen auf, die auf eine dunkle Färbung hinweisen könnten, ähnlich wie bei heutigen Meeressäugern.
Lebensweise:
Die Lebensgewohnheiten des Stenopterygius ähnelte denen heutiger Delfine. Ichthyosaurier waren vivipar, sie brachten lebende Jungtiere zur Welt, wie zahlreiche Fossilien mit Embryonen belegen. Sie waren wahrscheinlich schnelle Jäger, die sich von Fischen, Kopffüßern und anderen kleinen Meerestieren ernährten.
Verbreitung:
Stenopterygius quadriscissus war in den Meeren des heutigen Europas verbreitet, insbesondere in flachen, sauerstoffarmen Becken, die die außergewöhnliche Erhaltung ihrer Fossilien begünstigten.
Besonderheiten:
Die Art ist durch die außergewöhnliche Qualität ihrer Fossilien bekannt, die oft Weichteile wie Haut, Flossen und sogar Mageninhalt konservieren. Dies ermöglicht detaillierte Einblicke in die Anatomie und Lebensweise. Stenopterygius quadriscissus wird häufig in Museen ausgestellt und ist ein Schlüsseltaxon für das Verständnis der Evolution und Ökologie der Ichthyosaurier.Falls du weitere Details oder eine spezifische Analyse (z. B. zu Fossilienfunden oder Vergleichen mit anderen Ichthyosauriern) möchtest, lass es mich wissen!
Länge: 3,5 m
Lectotyp: GPIT 43/0219-1
Fundort: Posidonienschiefer Formation, Holzmaden, Schwäbische Alb, Baden-Württemberg, Deutschland

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Weitere Informationen
A highly articulated Early Jurassic ichthyosaur, Stenopterygius, from the historical collection of the Jagiellonian University, Poland / Łukasz Weryński, Błażej Błażejowski, Tomasz Szczygielski, Bartłomiej Kajdas, 2025 / Geological Quarterly, 2025, 69, 24 /
PDF
Revision der Gattung Stenopterygius Jaekel, 1904 emend. von Huene, 1922 (Reptilia: Ichthyosauria) aus dem unteren Jura Westeuropas / Michael W. Maisch, 2008 / Palaeodiversity 1: 227–271
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