
von Meyer, 1852
Klassifizierung: Tanystropheidae
Ernährung: piscivor
Bedeutung des Namen: Altgriechisch: tany- (lang) und stropheus (Gelenk)
Tanystropheus ist eine ausgestorbene Gattung archosauromorpher Reptilien, die während der Trias in Europa, Asien und Nordamerika lebte. Tanystropheus ist an dem extrem langen Hals erkennbar, der länger ist als Rumpf und Schwanz zusammen. Der Hals bestand aus 13 Wirbeln, die durch lange Halsrippen verstärkt wurden. Tanystropheus gehörte zu den am besten beschriebenen nicht-archosauriformen Archosauromorphen und ist durch zahlreiche Fossilien, darunter nahezu vollständige Skelette, bekannt. Einige Arten der Gattung erreichten möglicherweise eine Gesamtlänge von 6 Metern, womit Tanystropheus zugleich der längste nicht-archosauriforme Archosauromorph war.[1] Tanystropheus ist der Namensgeber der Familie Tanystropheidae, einer Klade, die viele langhalsige Archosauromorphe der Trias umfasst, welche zuvor als „Protorosaurier“ oder „Prolacertiforme“ beschrieben wurden.
Die Gattung Tanystropheus umfasst mindestens zwei gültige Arten sowie Fossilien, die keiner bestimmten Art zugeordnet werden können. Die Typusart von Tanystropheus ist *T. conspicuus*; dabei handelt es sich um einen zweifelhaften Namen (*nomen dubium*), der ursprünglich für besonders große Fossilien aus Deutschland und Polen verwendet wurde. Vollständige Skelette sind in der Besano-Formation am Monte San Giorgio, an der Grenze zwischen Italien und der Schweiz, häufig anzutreffen. Die Fossilien vom Monte San Giorgio gehören zu zwei Arten: der kleineren *T. longobardicus* und der größeren *T. hydroides*. Diese beiden Arten wurden erst im Jahr 2020 formell unterschieden, vor allem aufgrund ihrer stark voneinander abweichenden Schädelanatomie. Als *T. longobardicus* 1886 erstmals beschrieben wurde, hielt man das Tier zunächst irrtümlich für einen Flugsaurier und gab ihm den Namen „Tribelesodon“. Ab den 1920er Jahren förderten systematische Ausgrabungen am Monte San Giorgio zahlreiche weitere Tanystropheus-Fossilien zutage, wodurch sich herausstellte, dass es sich bei den vermeintlichen Flügelknochen von „Tribelesodon“ in Wirklichkeit um Halswirbel handelte.
Länge: 6 m
Holotyp:
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