Sachs, Madzia, 2025
Klassifizierung: Plesiosauroidea
Ernährung: piscivor
Bedeutung des Namen: Der Gattungsname Plesionectes leitet sich von plēsíon (griechisch) ab, was „nah“, „nahe“ bedeutet und sich auf seine Verwandtschaft mit Plesiosauriern bezieht, und nēktēs (griechisch) bedeutet „Schwimmer“, ein häufiges Suffix in Namen von Plesiosaurier-Taxonen. Der Artname longicollum leitet sich von „longus“ (lateinisch) ab, was „lang“ bedeutet, und collum“ (lateinisch) „Hals“, in Anspielung auf den langen Hals, der aus mindestens 43 Wirbeln besteht.
Plesionectes longicollum ist eine Plesiosaurier-Art, die 1978 in der Fossilienlagerstätte Holzmaden in Baden-Württemberg gefunden wurde. Das Fossil, eingebettet in den Posidonienschiefer des Unterjura (Toarcium, vor ca. 183 Millionen Jahren), wurde 2025 von Sven Sachs und Daniel Madzia als Gattung und Art beschrieben. Es ist unter der Inventarnummer SMNS 51945 im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart katalogisiert
Dieser Meeressaurier, etwa 3,2 Meter lang, zeichnet sich durch einen außergewöhnlich langen Hals mit mindestens 43 Halswirbeln aus, was ihn zu einem der Plesiosaurier mit dem längsten Hals im Unterjura macht. Sein Name, Plesionectes longicollum, bedeutet übersetzt „früher Schwimmer mit langem Hals“. Das nahezu vollständige Skelett zeigt eine ungewöhnliche Kombination anatomischer Merkmale, einschließlich V-förmiger neurozentraler Suturen an den Wirbeln und teilweise erhaltenem Weichgewebe.
Der Schädel des Plesionectes ist jedoch weniger gut erhalten, wodurch nur einige Schädelknochen identifizierbar sind. Plesionectes longicollum war sicherlich ein hervorragender Schwimmer, der sich mit vier paddelartigen Gliedmaßen durch die Ozeane bewegte und sich wohl hauptsächlich von Fischen ernährte. Phylogenetische Analysen platzieren ihn als basale Art innerhalb der Plesiosauroidea, nahe verwandt mit Arten wie Franconiasaurus brevispinus oder Plesiopharos moelensis. Der Fundort Holzmaden, bekannt für seinen Reichtum an Fossilien, hat bereits zahlreiche Meeresreptilien wie Ichthyosaurier und fünf andere Plesiosaurier-Arten geliefert. Diese Entdeckung liefert wichtige Einblicke in die Evolution mariner Ökosysteme während einer Zeit bedeutender Umweltveränderungen, einschließlich eines ozeanischen Anoxieereignisses.
Länge: 3,2 m
Holotyp: SMNS 51945
Fundort: Posidonienschiefer Formation, Holzmaden AreaL,Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland

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Weitere Informationen
An unusual early-diverging plesiosauroid from the Lower Jurassic Posidonia Shale of Holzmaden, Germany / Sven Sachs, Daniel Madzia, 2025 / PeerJ 13:e19665 /
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Bildlizenzen
Größenvergleich / © Dinodata.de:
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Holotyp des Plesionectes / © Sachs & Madzia:
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