
Wang, Tang, Deng, Dong, L. Xu, X. Xu, M. Lin, Du, G. Lin, Chen, Zhang, Zhou, 2026
Klassifizierung: Avialae
Ernährung: omnivor
Bedeutung des Namen: Der Gattungsname setzt sich zusammen aus Zhenghe (Mandarin) in Anlehnung an den Kreis Zhenghe, wo das Holotyp-Exemplar gefunden wurde; und ornis (Griechisch für Vogel). Der Artname buyu bedeutet unerwartet (Mandarin), aus dem altchinesischen Werk "Guoyu", in Anlehnung an die bei dieser Art erhaltene, einzigartige Morphologie von Schwanz und Becken.
Das Fossil wurde im März 2024 von einem gemeinsamen Forschungsteam des Instituts für Wirbeltierpaläontologie und Paläoanthropologie der Chinesischen Akademie der Wissenschaften und des Geologischen Forschungsinstituts Fujian entdeckt. Die Entdeckung erfolgte nach über 400 Tagen Ausgrabung an der Fundstätte Zhenghe in der Nanyuan Formation, einer Fossilienfundstätte aus dem späten Jura, die für ihre hervorragend erhaltenen Wirbeltierfossilien bekannt ist.
Die evolutionäre Herausbildung des an den Flug angepassten Körperbaus der Vögel umfasst einige der tiefgreifendsten morphologischen Veränderungen in der Geschichte der landlebenden Wirbeltiere. Neben den befiederten Flügeln spielte der kurze, ein Pygostyl tragende Schwanz eine entscheidende Rolle für den ökologischen Erfolg dieser Gruppe. Der Übergang vom langen, knöchernen Schwanz zum kurzen, ein Pygostyl aufweisenden Schwanz ist jedoch nach wie vor rätselhaft, da es an frühen Vertretern der Avialae mit entsprechenden Übergangsformen mangelt.
Zhengheornis buyu stammt aus dem Oberjura Südostchinas. Dieser Fund legt nahe, dass die Reduktion der Wirbelzahl und die Verkürzung des Schwanzes der Verschmelzung zum Pygostyl in der frühen Evolution der Vögel vorausgingen, und liefert damit wichtige Belege für die schrittweise Evolution des Vogelschwanzes. Zhengheornis ist kleiner als alle bisher bekannten Paraves ohne Pygostyl und erweitert somit das Spektrum an Arten und Körpergrößen innerhalb der stammesgeschichtlich basalen Taxa.
Der Holotyp mit der Inventarnummer IVPP V34168 ist ein artikuliertes und teilweise vollständiges Skelett (die meisten Gliedmaßenknochen sind als Abdrücke erhalten) mit Federn, die auf einer Platte und der entsprechenden Gegenplatte überliefert sind. Der Holotyp von Zhengheornis ist ein kleiner Vertreter der Avialae. Die Beschreiber stufen das Exemplar aufgrund des verschmolzenen Synsacrums und Tibiotarsus als subadult oder adult ein, da die Verschmelzung dieser Elemente bei frühen Avialae erst in einem späten Entwicklungsstadium erfolgte.
Der Holotypus von Zhengheornis ist das bis zum Zeitpunkt der Beschreibung das kleinste bislang bekannte adulte Individuum unter den Nicht-Pygostylia-Theropoden. Konkret beträgt die Länge des Femurs etwa 63 % der Länge des Femurs beim Holotypus von Microraptor zhaoi, dem bis dahin kleinsten bekannten adulten Exemplar eines Nicht-Avialae-Theropoden, der Femur ist zudem 10 % kürzer als der des kürzlich beschriebenen „Chicago-Exemplars“ von Archaeopteryx, Zengheornis ist sogar kleiner als der zeitgleich lebende Baminornis.
Zhengheornis erreicht jene Größenklasse, die auch von kleinen Enantiornithes der frühen Unterkreide wie Protopteryx besetzt wurde. Die Miniaturisierung auf der Evolutionslinie zu den Avialae trug zur Entstehung einiger evolutionärer Neuerungen bei, darunter der aktive Flug und ermöglichte vor allem den Zugang zu neuen ökologischen Nischen, die zuvor durch körpergrößenbedingte Schwellenwerte begrenzt waren. Zhengheornis belegt, dass einige früh abzweigende Avialae-Linien bereits deutlich früher in ihrer Stammesgeschichte eine starke Verringerung der Körpergröße erfuhren als bislang angenommen; dies könnte ein Ausdruck evolutionärer Experimente mit flugfähiger Fortbewegung sein.
Zhengheornis, Fujianvenator und Baminornis weisen unterschiedliche Baupläne (z. B. lange und kurze Schwänze), Körpergrößen (Beinlängen von 107 bis 225 mm) und Morphologien (z. B. robustes bzw. schlankes Sitzbein, lange bzw. kurze Tibia sowie Schultergürtel, die entweder nicht-avialan oder ornithothoracin-artig sind) auf. Dies belegt eindeutig, dass die Avialae bereits am Ende des Jura stark diversifiziert waren, und stützt die aktuelle makroevolutionäre Hypothese, wonach Vögel bereits am Ende des Jura ebenfalls eine beträchtliche Diversität aufwiesen.
Spannweite: 40 cm
Gewicht: 170 g
Holotyp: IVPP V34168
Fundort: Nanyuan Formation, Yangyuan, Kreis Zhenghe, Nanping, Provinz Fujian, China
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Weitere Informationen
Jurassic avialan reveals stepwise evolution of bony tail in birds
/ Min Wang, Jianrong Tang, Ke Deng, Liping Dong, Liming Xu, Xing Xu, Min Lin, Honggang Du, Ganmin Lin, Runsheng Chen, Chi Zhang, Zhonghe Zhou, 2026 / Science Advances 12(27): eaeb5202 /
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Größenvergleich / © Dinodata.de:
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Holotyp des Zengheornis / © Wang et al:
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